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Holzbau als Negativemissionstechnologie

Der Artikel ist am 29.11.2022 im Holzkurier erschienen: Holzbau als Negativemissionstechnologie (holzkurier.com)
Um das Klimapotenzial des Holzbaus auszuschöpfen, muss er weltweit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln skaliert werden: Durch die Entwicklung von nachhaltigen Impact-Investitionsgefäßen und CO2-Speicherzertifikaten bis hin zur gesetzlichen Holzbauförderung durch Regierungen.

In den nächsten 20 Jahren muss bis 60% des weltweiten Gebäudebestands um- und neugebaut werden. Diese Herausforderung ist eine Chance, nachhaltigere Bauweisen wie
den Ingenieurholzbau zu skalieren und die Bauindustrie – die global für 40% des CO2-Ausstoßes verantwortlich ist – zu dekarbonisieren. Gleichzeitig gibt es in der Holzindustrie
transformative Veränderungen: Regierungen in der Schweiz, Europa und Amerika unterstützen den Holzbau mit regulatorischen Änderungen. Zudem können dank
technischer Innovationen komplexe Bauwerke, wie Wolkenkratzer und Autobahnbrücken, aus Holz gebaut werden. Die jüngste, wichtige Veränderung, welche die Transformation des Holzbaus und der Industrie aufzeigt, ist das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework on Climate Change, UNFCC). Im Juli erkannten die Vereinten Nationen (United Nations, UN) zum ersten Mal offiziell „Timber in Construction“ (Holz im Bauwesen) als Kohlenstoffspeicher-Methode an. In einem
UN-Konzeptpapier wurde verbautes Holz aus nachhaltigem Waldmanagement für seinen doppelten Klimawert anerkannt: Erst zieht der Wald CO2 aus der Atmosphäre,
dann ersetzt das CO2-speichernde Holz im Bau treibhausgasintensive, konventionelle Baumaterialien. Dank der langfristigen Speicherung des CO2 wird der Ingenieurholzbau
heute den Negativemissionstechnologien (NET) zugerechnet.

Holzbau skalieren mit CO2-Zertifikaten

Um das Klimapotenzial des Holzbaus auszuschöpfen, muss man ihn weltweit skalieren. Die Schweizer Timber Finance Initiative hat 2021 begonnen, die methodische Grundlage
für global anerkannte, handelbare CO2-Zertifikate für Holzbauten zu erarbeiten. Diese Zertifikate kommen 2023 auf den Markt. Damit werden institutionelle Bauherren, Waldbesitzer und Investoren finanziell incentiviert, mehr mit Holz zu bauen. Verkauft wird das Holzbau-Speicherzertifikat auf dem CO2-Markt, der bis 2030 ein Marktvolumen von rund 30Mrd.US-$ erreichen wird. Das Potenzial in diesem Bereich ist trotz unterschiedlicher Waldvorräte in den Ländern enorm: Allein in der Schweiz können jährlich rund 1Mio.m3 Holz zusätzlich verbaut werden. Das kann ohne Reduktion der Waldfläche sowie mit gleichzeitigem Erhalt und Pflege der Wälder passieren. Das zusätzliche Schweizer Klimapotenzial des Holzbaus liegt also bei 1Mio.t/J gespeichertes CO2.

Die Transformation der Holzindustrie

Für eine Skalierung des Holzbaus braucht es aber mehr als Zertifikate: Die vor einem langanhaltenden Wachstum stehende Industrie muss modernisieren. Dafür werden
Investitionen in Milliardenhöhe benötigt. Zudem braucht es moderne Investitionsgefäße, die auf die Klimawirkung fokussieren. Seit der Holzwende 2020 eröffnen sich für
Investoren Chancen mit höherer Wertschöpfung und Rendite-Opportunitäten. Dazu gehören moderne Timber-Investments, die auf die langfristige Speicherung von CO2 in
Holzbauprodukten fokussieren. Beispiele hierfür sind Timber Industry Holzfonds, Holzbauhypotheken oder auch Holzbau-spezifische Immobilienfonds.

//Thomas Fedrizzi, Co-Founder Timber Finance Initiative, Marisa Steiner, Head of Partnerships Timber Finance Initiative

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