Timber Financing – Theorie und Finanzierungspraxis der Schweizer und internationalen Wald- und Holzwirtschaft
Holz gewinnt als Baustoff, Wertschöpfungskette und Carbon Removal Technologie stark an Bedeutung. Gleichzeitig steht die Wald- und Holzwirtschaft – insbesondere die KMU-geprägte Schweizer Branche – vor zentralen Finanzierungsfragen: Wie wird Wachstum finanziert? Welche Instrumente stehen zur Verfügung? Und warum bleibt Investitionskapital trotz hohem Klima- und Marktpotenzial oft begrenzt?
Das White Paper „Timber Financing – Theorie und Finanzierungspraxis der Schweizer und internationalen Wald- und Holzwirtschaft“ ist in Zusammenarbeit zwischen der ZHAW School of Management and Law und Timber Finance entstanden. Es analysiert erstmals systematisch die Finanzierungssituation der Wald- und Holzwirtschaft mit Fokus auf die Schweiz – eingebettet in einen internationalen Vergleich. Das Projekt wurde mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt BAFU (Aktionsplan Holz) realisiert.
Im Zentrum stehen drei Datenquellen:
▪ internationale Kapitalmarktdaten börsenkotierter Holzunternehmen,
▪ Unternehmensdaten aus der ORBIS-Datenbank,
▪ eine quantitative Umfrage unter Schweizer Unternehmen entlang der gesamten Holz-Wertschöpfungskette – von Wald und Verarbeitung bis Holzbau.
Das White Paper zeigt, dass Holzbau und die industrielle Holzkette zwar als nachhaltig wahrgenommen werden, ihre Finanzierungslogik jedoch häufig noch nicht mit ihrem Klima- und Wachstumspotenzial Schritt hält. Eigenkapital und hypothekarisch besicherte Bankkredite dominieren, während innovative oder nachhaltige Finanzierungsinstrumente bislang kaum genutzt werden.
Zentrale Erkenntnisse aus der Studie:
■ Die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft ist stark KMU-geprägt und hat nur begrenzten Zugang zu Kapitalmärkten und alternativen Finanzierungsformen.
■ Börsennotierte Holzunternehmen in Europa und Nordamerika nutzen deutlich breitere Finanzierungsinstrumente – von Green Bonds bis Schuldscheindarlehen.
■ CO₂-Zertifikate etablieren sich als ergänzende Einnahmequelle, spielen aber bisher nur eine untergeordnete Rolle in der klassischen Wachstumsfinanzierung.
■ Hohe Finanzierungskosten, fehlende Sicherheiten und mangelnde Transparenz über Nachhaltigkeitsleistungen bremsen Investitionen.
■ Ohne gezielte finanzielle Anreize bleibt das Klimapotenzial von Holz – insbesondere die langfristige CO₂-Speicherung im Bau – wirtschaftlich unterbewertet.
Das White Paper leistet damit einen wichtigen Beitrag, bestehende Wissenslücken zu schliessen und eine fundierte Grundlage für neue Finanzierungsansätze zu schaffen – von nachhaltigen Krediten über Holzbauhypotheken bis hin zu CO₂-basierten Finanzierungsmodellen.
Hier können Sie das White Paper herunterladen:
